Ernährungsstrategie

Eine Ernährungsstrategie für Köln

Erstmalig in Deutschland ist in Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung ein Strategiepapier für die kommunale Ernährungswende entstanden. Nach fast anderthalb Jahren Arbeit hat der zivilgesellschaftlich organisierte Ernährungsrat für Köln und Umgebung die Ernährungsstrategie am Montag, 20. Mai, an die Stadt Köln übergeben.

Köln hat damit erstmals einen Handlungsleitfaden für eine kommunale Ernährungspolitik in der Hand. Umweltdezernent Dr. Harald Rau betont, dass „unsere Ernährung einen erheblichen Einfluss auf unsere Gesundheit, auf unser Klima, auf die globale und lokale Wirtschaft hat. Die frühe Ernährung stellt bereits wichtige Weichen für die gesundheitliche Entwicklung unserer Kinder. Angesichts dieser großen Bedeutung unserer Ernährung freue ich mich über den starken Impuls aus unserer Stadtgesellschaft, der von der Ernährungsstrategie ausgeht.“

Zudem ist „Ernährungspolitik eines der wichtigen kommunalen Zukunftsfelder im Spannungsverhältnis zwischen Klimawandel und Ressourcenschonung,“ hebt Konrad Peschen, Leiter des Umwelt- und Verbraucherschutzamts hervor. Und gleichzeitig „sind es die Maßnahmen im Kleinen, die jeder Bürger und jede Bürgerin umsetzen kann. Mit dem eigenen Einkauf kann sich jeder für regionale und damit klimafreundlichere Lebensmittel entscheiden und gleichzeitig die Landwirte in der Region unterstützen.“

„Die Entwicklung der Strategie hat mit einem großen Workshop bereits im Herbst 2017 begonnen. Auf einer Ideenwerkstatt im Februar dieses Jahrs wurden weitere Impulse gesammelt. Zusätzlich gab es eine Online-Bürgerbeteiligung und viele Gespräche mit Expertinnen und Experten verschiedener Ernährungs-Branchen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern, so dass eine breitgefächerte Teilhabe möglich war,“ erläutert Valentin Thurn, Vorsitzender des Ernährungsrats, den Prozess der Strategieentwicklung. Insgesamt nahmen über 200 Personen an dem Prozess teil. Die Frage an alle Beteiligten lautete, wie die Strategie umgesetzt werden kann und welche Handlungsmöglichkeiten es gibt?

In 18 Kapiteln finden sich entlang der gesamten Produktionskette „Vom Feld bis zum Teller“ neben Zielen, wie eine kommunale Ernährungspolitik in Zukunft funktionieren kann, auch gute Beispiele aus der Praxis.

 

„Momentan entscheiden global agierende Konzerne darüber, was wir hier vor Ort essen. Wir möchten wieder unsere Ernährungssouveränität zurückerlangen. (…) Wir möchten Bauern aus der Region unterstützen und die Biodiversität erhalten. Wir möchten kurze Transportwege und dass die Menschen sich wieder mit den Lebensmitteln identifizieren. Wir möchten ein Bewusstsein für nachhaltige regionale Ernährung wecken.“

Dr. Stephan Lück

Ernährungswissenschaftler, Kölner StadtAnzeiger, 7. März 2019

„Das ist wie ein Grundgesetz für Ernährung. Es geht auch darum, wie man Werte und Wissen nachhaltig an die junge Generation vermitteln kann.“

Valentin Thurn

Vorsitzender des Ernährungsrats, Report-K vom 22. Mai 2019

„An der Art des Essens zeigt sich, wie eine Kultur agiert. Die Gesellschaft hat sich bei der Ernährung aufgespalten. Es gibt eine Gruppe, die mehr Wert auf bewusste Ernährung legt, und es gibt eine andere Gruppe, die sich schlecht ernährt. Unsere Aufgabe liegt darin, es den Menschen möglich zu machen, gesund zu leben.“

Dr. Harald Rau

Dezernent für Soziales, Integration und Umwelt der Stadt Köln, Report-K vom 22. Mai 2019

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